Der Moiré-Effekt (von frz. moirer [mwaˈʀe], „moirieren; marmorieren“) macht sich bei der Überlagerung von regelmäßigen feinen Rastern durch zusätzliche scheinbare grobe Raster bemerkbar. Diese sich ergebenden Interferenzen sind ein Spezialfall des Alias-Effekt durch Unterabtastung.
Ursachen sind:
Beim Mehrfarben-Rasterdruck sind Moiré-Effekte eine häufige Erscheinung, weil die Raster nicht gleiche Teilung haben und/oder die Einzel-Drucke nicht genau übereinander treffen.
Beim Drucken, beim Fernsehen, beim Scannen und bei anderen bilderzeugenden Rasterverfahren treten Moiré-Effekte auf, wenn das Objekt selbst fein gerastert ist (Kleidungsstoffe) oder falls das Objekt schon ein Raster- oder Pixelbild ist.

Ebene Rasterungen sind in der Regel gitterförmig, das heißt 2-dimensional. Das Linien-Raster ist die Reduktion des allgemeinen Rasters in die 1-Dimensionalität.
Werden zwei Linien-Raster mit den Teilungen a1 und a2 parallel übereinander gelegt, beobachtet man eine Helligkeitsmodulation mit dem Gitterabstand a3, die folgendermaßen berechenbar ist:
.Definiert man den Kehrwert der Linienabstände als Liniendichte
, so erhält man d3 = d2 − d1 . Das erinnert an die Gleichung f3 = f2 − f1 für niederfrequente Schwebungen f3, die bei Überlagerung von Wellen mit ähnlichen Frequenzen f1 und f2 entstehen.
Werden zwei Linien-Raster mit gleicher Teilung a1 um den Winkel α gegeneinander verdreht übereinander gelegt, entsteht ein Moiré-Muster mit der Teilung a3 nach der Gleichung:
.Haben die beiden verdreht (α) übereinander gelegten Linien-Raster verschiedene Teilung (a1 und a2), so lautet die Gleichung für die Teilung (a3) der Helligkeitsmodulation des scheinbaren neuen Linien-Rasters:
.