Der APS-Film des 1996 eingeführten Advanced Photo Systems (APS), die letzte bedeutende fotochemische Neuentwicklung des letzten Jahrzehnts, weist ein Negativformat von 16,7×30,2 mm auf. Der APS-Film selbst ist 24 mm breit. Dieses Format gewinnt heute wieder eine gewisse Bedeutung als Sensorgröße von digitalen Spiegelreflexkameras.
Bei Einführung des APS-Films meinten manche Hersteller vollmundig, dass der Kleinbildfilm 135 in den nächsten 5-10 Jahren durch das Advanced Photo Systems (APS) verdrängt würde. Inzwischen ist es umgekehrt: Der APS-Film ist stark im Rückgang begriffen und wird nur noch in wenigen Standard-Empfindlichkeiten angeboten. Schwarz-weiß-Filme für APS (in Form von chromogenen S/W-Filmen) gibt es gar nicht mehr, ebenso wenig wie Dia-Filme.
Der Kleinbildfilm besitzt beidseitig eine Perforation, da er aus der Kinotechnik übernommen wurde. Diese Perforation ist aber in der Fotokamera weitenteils überflüssig; nur ganz wenige Kameras nutzen eine Rückpositioniermöglichkeit. So kommen die Rollfilme schon von jeher ohne Perforation aus. Da die Perforation die Filmpatrone und somit die Kamera vergrößert, kam mit fortschreitender Miniaturisierung immer wieder mal die Diskussion nach einem neuen Filmtyp auf. Weil aber der bisherige Film weltweit verfügbar war und eine Umstellung keine gewaltigen Vorteile gebracht hätte, kam es lange nicht zu einer Neuerung. Erst kurz vor Einführung der Digitaltechnik wurde dann schließlich doch noch ein neuer Standard herausgebracht, wobei man konsequenterweise dafür Sorge trug, dass die Belichtungsdaten auf Magnetstreifen mit abgespeichert werden.
Bei dem Advanced Photo System handelt es sich nicht nur um ein neues Filmformat, es wurde vielmehr versucht, vor allem in drei Aspekten fototechnische Neuerungen einzuführen:
Zu den erfolgreichsten APS-Kameras gehören die Modelle der IXUS-Serie von Canon, deren Design und Ausstattungsmerkmale auch in eine entsprechende Digitalkamera-Modellreihe übernommen wurden. Diese Kameras bieten typische APS-Funktionen wie die Möglichkeit, teilbelichtete Filme auszuwechseln ("Mid-Roll-Change"), sowie zahlreiche PQI-Daten (Laufrichtung des Films, Blitzeinsatz, Blitzmodus, Zoomfaktor, Motivhelligkeit, Kunstlicht und Lichtverhältnisse).
Nur wenige APS-Kameras nutzen alle Möglichkeiten des Advanced Photo System aus; zu diesen wenigen Ausnahmemodellen gehört beispielsweise die Vectis S1 von Minolta, die mit Hilfe einer „FTPM-Funktion“ Änderungen von Farbe und Helligkeit beim Entwickeln bzw. Ausdrucken eines Films im Fotolabor verhindert. Ein weiterer „Sonderling“ ist die Fotonex 3500 ix Zoom MRC von Fujifilm, die auch, wie die o.g. IXUS-Serie, teilbelichtete Filme weiterbelichten kann.
Als Ergänzung zu den APS-Kameras bieten Zubehörhersteller eine Reihe von Zusatzgeräten an. Beispielsweise gibt es APS-Player, mit denen die Bilder einer APS-Kassette am Fernseher betrachtet und die Daten auf der Magnetspur des Films modifiziert werden können. Mit einem APS-Scanner können Bilder von APS-Filmen in den Computer eingelesen und digital weiterverarbeitet werden.
Das Advanced Photo System bietet eine Reihe praktischer Neuerungen, die sich in erster Linie an Fotoamateure richten. Dem gegenüber stehen jedoch eine Fülle von Nachteilen.
So ist das System in nahezu jeder Beziehung inkompatibel mit dem 35 mm-Kleinbildfilm oder dem Mittelformat, vorhandenes Systemzubehör müsste in der Regel neu angeschafft werden, eine Verarbeitung im eigenen Labor ist nahezu unmöglich. Der professionelle Sektor wird im Kamerabereich wenig oder nicht abgedeckt, aber auch im Billigbereich fehlten Kameras.
Die kommerziellen Fotolabors brauchen neue Maschinen zur Verarbeitung von APS-Filmen. Diese relativ teuren Geräte verbreiteten sich erst Jahre nach der Markteinführung von APS und unterstützten längst nicht alle Informationen, die durch Datenaustausch (IX und PQI) eigentlich möglich gewesen wären, sondern nur die Grund-Informationen.
Die APS-Filme bieten, trotz dünnerer Schichtträger und verbesserter Emulsionen, wegen der kleineren Fläche des Negativs, eine deutlich geringere Bildqualität als das Kleinbildformat. Die besseren Emulsionen wurden zudem sehr schnell auch bei Filmen im Kleinbildformat eingesetzt, so dass dieser ursprüngliche Vorteil wegfiel.
Ambitionierte Fotografen sind bei APS mit einem sehr begrenzten Angebot an Filmmaterialien konfrontiert: Schwarzweiß- oder Diafilme sowie hochempfindliche Filme werden nur selten oder gar nicht angeboten. Auch die Kamerahersteller versäumten es, von wenigen Ausnahmen abgesehen, die Möglichkeiten des APS in ihren Produkten vollständig zu implementieren.
Nicht zuletzt waren (und sind) die Kosten für APS-Filmpatronen wie auch für das APS-Entwickeln meist höher, zum Teil wesentlich. Zusammenfassend bietet der gewohnte und eingeführte 35 mm-Film bei etwa gleichen Leistungen eine größere Auswahl und geringere Kosten.
Das APS-Format konnte sich am Markt nicht durchsetzen, was auch an seinem späten Erscheinen lag. 1996 kamen bereits die ersten Digitalkameras auf, und es erschien unsinnig, parallel zum bewährten 35 mm-Film und zur neuen Digitaltechnik noch ein neues Format einzuführen.
Hätte man APS etwa anstatt der Kodak Disc oder des Instamatic-Kassettenfilms als Nachfolger des Pocketfilms in der ersten Hälfte der 1980er Jahre eingeführt, wäre ein Erfolg wesentlich wahrscheinlicher gewesen. Ein Teil der fortschrittlichen Merkmale des Films hätte allerdings aufgrund der damaligen Technik zunächst nicht realisiert werden können und wäre erst mit fortschreitender Kameratechnik machbar gewesen.
Wegen des schwindenden Markterfolgs ließen die meisten Kamerahersteller ihre APS-Modellreihen zwischen 2001 und 2002 auslaufen. Auch die Eastman Kodak Company, einer der Initiatoren von APS, stellte die Produktion von APS-Kameras 2004 weltweit ein. Gegen Ende verkauften sich nur die Canon-IXUS-Baureihen in nennenswerter Stückzahl, wobei viele Kunden mehr am Design der Kamera als am APS-System selbst interessiert waren.
Die Neuerungen von APS hätte man auch im bisherigen Kleinbildfilm integrieren können, etwa mit einem Chip im Spulenkern, stattdessen setzte man auf ein neues Format. Einige APS-Eigenschaften wurden mit der fortschreitenden Kamera- und Labortechnik für den 35-mm-Film übernommen, so etwa die Möglichkeit zum komfortablen Auswechseln eines teilweise belichteten Films (s.o.) sowie der "Index Print", der Nachfolger des Kontaktabzuges. Das Speichern der Belichtungsdaten etwa wurde für Digitalkameras übernommen, das EXIF-Dateiformat zeichnet diese Informationen auf, analog zu den PQI-Daten beim APS-Film.